Pflegefachkraft Gehalt 2026: Tarif, Zulagen und realistische Zahlen
Pflegefachkraft Gehalt 2026: TVöD-P-Tabelle, Zulagen, Netto und Unterschiede nach Träger und Bundesland. Alle aktuellen Zahlen und Wege zu mehr Gehalt.

Im Stellenportal steht „Vergütung nach TVöD-P“, das Haus zwei Straßen weiter wirbt mit übertariflicher Bezahlung, und was am Monatsende wirklich auf dem Konto landet, hängt zusätzlich an Stufen, Schichten und Zulagen. Genau da wird es unübersichtlich.
Dieser Ratgeber sortiert das Thema Pflegefachkraft Gehalt für 2026: was der Tarif hergibt, was zusätzlich dazukommt, wo die Unterschiede zwischen Trägern und Bundesländern liegen und welche Schritte den größten Sprung bringen.
1. Wie viel verdient eine Pflegefachkraft 2026?
Der belastbarste Gesamtwert kommt vom Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit. Danach liegt das mittlere Bruttoentgelt von Pflegefachkräften in Vollzeit bei 4.587 Euro im Monat. Das untere Viertel verdient bis zu 4.111 Euro, das obere Viertel ab 5.116 Euro (Datenstand 2025).
Zur Einordnung: Der Median über alle sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Deutschland liegt bei 4.217 Euro, akademische Berufe eingerechnet. Pflegefachkräfte verdienen also im Mittel mehr als der Durchschnitt aller Beschäftigten. Fachkräfte in der Altenpflege kamen 2025 auf 4.438 Euro und haben damit fast zur Krankenpflege aufgeschlossen, Pflegehilfskräfte auf 3.335 Euro, Einrichtungsleitungen auf 6.651 Euro.
Wichtig beim Lesen dieser Zahl: Der Median liegt deutlich über den Tabellenwerten des TVöD, die du weiter unten findest. Das ist kein Widerspruch. In den Entgeltatlas fließen alle Bruttobestandteile ein, also auch Schichtzulagen, Nacht- und Wochenendzuschläge und die anteilige Jahressonderzahlung. Außerdem sind die meisten Beschäftigten längst nicht mehr in der Eingangsstufe. Wer neu anfängt, startet entsprechend darunter.
2. Pflegefachkraft Gehalt nach TVöD-P: die aktuelle Tabelle
Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst regelt die Pflege in einer eigenen Tabelle, der P-Tabelle (TVöD-P, Anlage E zum TVöD-B). Sie gilt für kommunale Krankenhäuser, Pflegeheime und Sozialstationen. Die aktuellen Werte gelten seit dem 1. Mai 2026 und laufen bis zum 31. März 2027.
Als dreijährig examinierte Pflegefachkraft wirst du in der Regel in P 7 eingruppiert. Hebt sich deine Tätigkeit durch besondere Schwierigkeit heraus, etwa auf der Intensivstation, im OP oder in der Psychiatrie, greift P 8. Dort sind auch Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter mit berufspädagogischer Zusatzqualifikation eingruppiert. P 9 ist die Gruppe für Pflegefachkräfte mit abgeschlossener Fachweiterbildung, P 12 die klassische Stationsleitung.
TVöD-P: Monatliches Tabellenentgelt in Euro (Vollzeit), gültig 1. Mai 2026 bis 31. März 2027
Entgeltgruppe | Stufe 2 | Stufe 3 | Stufe 4 | Stufe 5 | Stufe 6 |
P 7 (Pflegefachkraft) | 3.510,30 | 3.701,21 | 3.998,33 | 4.149,59 | 4.305,40 |
P 8 (schwierige Tätigkeit, Praxisanleitung) | 3.701,21 | 3.862,80 | 4.075,58 | 4.247,92 | 4.488,98 |
P 9 (Fachweiterbildung) | 3.992,39 | 4.184,40 | 4.312,38 | 4.558,59 | 4.662,42 |
P 12 (Stationsleitung) | 4.657,22 | 4.802,61 | 5.166,04 | 5.389,29 | 5.493,13 |
P 13 (größere Station, Bereichsleitung) | 4.894,78 | 5.047,94 | 5.430,82 | 5.707,28 | 5.778,68 |
Quelle: Entgelttabelle TVöD-P (Anlage E TVöD-B), Stand Juli 2026
In P 7 und P 8 gibt es keine Stufe 1, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger starten direkt in Stufe 2. Von dort geht es nach drei Jahren in Stufe 3, nach weiteren drei Jahren in Stufe 4, nach vier weiteren Jahren in Stufe 5 und nach fünf weiteren Jahren in die Endstufe 6. Bis zum Höchstsatz dauert es also rund 15 Jahre.
Ein Punkt, der beim Wechsel bares Geld wert ist: Einschlägige Berufserfahrung kann angerechnet werden. Wer mit mindestens drei Jahren Erfahrung anfängt, kann direkt in Stufe 3 einsteigen. Das sind in P 7 knapp 191 Euro mehr im Monat als in Stufe 2. Frag das im Vorstellungsgespräch aktiv an, automatisch passiert es nicht immer.
Maßgeblich für die Eingruppierung ist übrigens die Tätigkeit, nicht der Abschluss allein. Entscheidend sind die Aufgaben, die mindestens die Hälfte deiner Arbeitszeit ausmachen. Verändert sich dein Aufgabengebiet dauerhaft, kann daraus ein Anspruch auf Höhergruppierung entstehen.
3. Zulagen und Zuschläge: was zusätzlich aufs Konto kommt
Das Tabellenentgelt ist nur der Grundstock. Gerade in der Pflege macht der Rest einen erheblichen Teil des Monatsbrutto aus, und die Tarifrunde 2025 hat hier kräftig nachgelegt.
Zulagen im TVöD-P, Stand 2026
Zulage | Höhe pro Monat | Wer sie bekommt |
Pflegezulage | 141,82 Euro | alle Pflegekräfte in der unmittelbaren Patientenversorgung |
Wechselschichtzulage | 250,00 Euro | ständige Wechselschichtarbeit in Krankenhäusern sowie Pflege- und Betreuungseinrichtungen |
Schichtzulage | 100,00 Euro | ständige Schichtarbeit ohne Wechselschicht |
Jahressonderzahlung | in der Regel 85 Prozent | eines Monatsentgelts, Auszahlung mit dem November-Entgelt, im VKA-Bereich ab 2026 vereinheitlicht |
Quelle: TVöD BT-B (VKA-Lesefassung) und ver.di zur Tarifeinigung 2025
Dazu kommen die Zeitzuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, die pro geleisteter Stunde abgerechnet werden. Wechselschicht- und Schichtzulage werden ab 2027 dynamisiert, steigen also künftig automatisch mit den Tabellenentgelten.
Was das konkret bedeutet, zeigt eine Beispielrechnung. Eine Pflegefachkraft in P 7, Stufe 3, im ständigen Wechselschichtdienst kommt auf 3.701,21 Euro Tabellenentgelt plus 141,82 Euro Pflegezulage plus 250 Euro Wechselschichtzulage, also 4.093,03 Euro brutto im Monat. Nacht- und Wochenendzuschläge sind darin noch nicht enthalten, ebenso wenig die Jahressonderzahlung im November.
4. Was bleibt netto vom Pflegefachkraft-Gehalt?
Vom Brutto gehen Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, gegebenenfalls Kirchensteuer und die Sozialversicherungsbeiträge ab. Bei rund 3.700 Euro brutto bleiben in Steuerklasse 1 ohne Kirchensteuer etwa 2.350 bis 2.450 Euro netto übrig. In Steuerklasse 3 liegt der Betrag spürbar höher. Das sind Näherungswerte, die je nach Zusatzbeitrag der Krankenkasse, Kinderfreibeträgen und Bundesland schwanken.
Einen Effekt unterschätzen viele: Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit sind innerhalb der Grenzen des Einkommensteuergesetzes steuerfrei. Steuerfrei bleiben bis zu 25 Prozent des Grundlohns für Nachtarbeit, bis zu 50 Prozent für Sonntagsarbeit und bis zu 125 Prozent für Feiertagsarbeit. Wer regelmäßig nachts und am Wochenende arbeitet, hat deshalb ein deutlich besseres Verhältnis von Brutto zu Netto als eine Kollegin im reinen Tagdienst mit demselben Tabellenentgelt.
Die pauschalen Schicht- und Wechselschichtzulagen sind davon nicht erfasst, sie werden regulär versteuert.
5. Öffentlicher Dienst, Kirche oder privater Träger
Der TVöD-P gilt nur für kommunale und öffentliche Häuser. Wer bei einem kirchlichen Träger arbeitet, fällt unter die Arbeitsvertragsrichtlinien: bei der Caritas die AVR mit Anlage 31 für den Pflegedienst im Krankenhaus und Anlage 32 für Pflegeeinrichtungen, bei der Diakonie die AVR DD. Beide Systeme sind dem TVöD nachgebildet und haben die Erhöhungen der Tarifrunde 2025 in ähnlicher Höhe nachvollzogen, inklusive der Anhebung der Wechselschichtzulage auf 250 Euro. Unterschiede gibt es vor allem bei Jahressonderzahlung, Zusatzversorgung und einzelnen Zulagen, deshalb lohnt der Blick in die konkrete Anlage.
Bei privaten Trägern reicht die Spanne von Haustarifverträgen auf TVöD-Niveau bis zu deutlich schlechteren Konditionen. Ein wichtiger Schutz ist seit dem 1. September 2022 die Tariftreueregelung nach Paragraf 72 SGB XI: Eine Pflegeeinrichtung wird nur noch zur Versorgung zugelassen, wenn sie entweder selbst tarifgebunden ist oder ihre Pflege- und Betreuungskräfte mindestens auf dem Niveau eines regional anwendbaren Pflegetarifvertrags bezahlt. Das hat den Abstand zwischen Altenpflege und Krankenhaus sichtbar verkleinert.
Ein Sonderfall bleibt die Zeitarbeit. Über Personaldienstleister sind höhere Stundenlöhne und Zuschläge üblich, dafür entfallen Stufenaufstieg, Betriebszugehörigkeit und oft die betriebliche Altersvorsorge. Wer langfristig plant, sollte beides über mehrere Jahre gegenrechnen und nicht nur den Monatslohn vergleichen.
6. Pflegefachkraft Gehalt nach Bundesland
Zwischen den Bundesländern liegen mehrere hundert Euro. Das Gefälle verläuft im Wesentlichen von West nach Ost, überlagert von einem Stadt-Land-Effekt: In Stuttgart und München liegen die Medianwerte noch einmal deutlich über dem jeweiligen Landesschnitt.
Medianentgelt von Fachkräften in der Krankenpflege nach Bundesland, Vollzeit, Euro brutto pro Monat
Bundesland | Median |
Baden-Württemberg | 4.520 |
Saarland | 4.510 |
Bremen | 4.460 |
Nordrhein-Westfalen | 4.368 |
Deutschland gesamt | 4.329 |
Sachsen | 4.017 |
Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2024
Diese Länderwerte haben den Datenstand 2024. Bundesweit ist der Median seither auf 4.587 Euro gestiegen, die Landeswerte liegen also inzwischen entsprechend höher. Die Rangfolge ist über die Jahre stabil geblieben: Für 2025 weist der Entgeltatlas bei den Fachkräften in der Altenpflege ebenfalls Baden-Württemberg (4.614 Euro) und Hamburg (4.579 Euro) an der Spitze aus, Sachsen (4.188 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (4.277 Euro) am unteren Ende.
Rechne vor einem Umzug gegen: 400 Euro mehr im Monat sind schnell aufgezehrt, wenn die Miete in der neuen Stadt 300 Euro höher liegt. Interessant sind eher Regionen mit hohem Tarifniveau und moderaten Lebenshaltungskosten.
Tipp: Passende Stellen findest du im Stellenmarkt von Einfach Medizin: Pflegefachkraft (m/w/d)
7. Ausbildung und Berufseinstieg
Die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann dauert drei Jahre und ist vergütet. Wer bei einem Träger lernt, der den Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes anwendet, bekommt seit dem 1. Mai 2026 im ersten Ausbildungsjahr 1.490,69 Euro, im zweiten 1.552,07 Euro und im dritten 1.653,38 Euro brutto im Monat.
Dazu kommen eine Jahressonderzahlung, vermögenswirksame Leistungen von 13,29 Euro monatlich und ein Zeitzuschlag von mindestens 1,28 Euro pro Stunde für Nachtdienste in der praktischen Ausbildung. Nach bestandener Abschlussprüfung gibt es einmalig 400 Euro Abschlussprämie. Schulgeld fällt nicht an.
Direkt nach dem Examen startest du im öffentlichen Dienst in P 7, Stufe 2, also bei 3.510,30 Euro. Praktisch bedeutet das einen Sprung von gut 1.850 Euro brutto gegenüber dem letzten Ausbildungsjahr.
8. Mehr Gehalt als Pflegefachkraft: fünf realistische Hebel
Die Erfahrungsstufen laufen automatisch mit. Alles darüber hinaus braucht eine Entscheidung. Diese fünf Wege bringen messbar etwas:
Fachweiterbildung: Eine abgeschlossene Fachweiterbildung, etwa in Intensivpflege und Anästhesie oder in der Hygiene, führt zu P 9. In Stufe 2 sind das 3.992,39 statt 3.510,30 Euro, also 482 Euro mehr im Monat bei gleicher Berufserfahrung.
Praxisanleitung: Die berufspädagogische Zusatzqualifikation führt zu P 8 und bringt in Stufe 3 rund 162 Euro monatlich mehr. Die Weiterbildung ist vergleichsweise kurz und wird von vielen Häusern finanziert, weil sie für die Ausbildung dringend gebraucht wird.
Stationsleitung: Der größte Einzelsprung. P 12 statt P 7 bedeutet in Stufe 4 einen Unterschied von 5.166,04 zu 3.998,33 Euro, also gut 1.160 Euro im Monat. Dafür tauschst du Pflege am Bett zu einem guten Teil gegen Dienstplanung und Personalverantwortung.
Akademischer Weg: Ein Pflegestudium eröffnet Rollen in Pflegewissenschaft, erweiterter Versorgung und Leitung. Ob sich das für dich rechnet, hängt stark vom Zielprofil ab.
Schichtmodell und Träger: Wer dauerhaft Wechselschicht arbeitet, hat allein über Zulage und steuerfreie Zuschläge mehrere hundert Euro Unterschied im Monat. Und ein Wechsel von einem nicht tarifgebundenen Haus zu einem TVöD-Arbeitgeber verschiebt oft mehr als jede Weiterbildung.
Häufige Fragen
Wie viel verdient eine Pflegefachkraft netto?
Bei rund 3.700 Euro brutto bleiben in Steuerklasse 1 etwa 2.350 bis 2.450 Euro netto. Steuerfreie Nacht-, Sonn- und Feiertagszuschläge erhöhen den Betrag zusätzlich, ohne die Steuerlast zu steigern.
Was ist die Entgeltgruppe P 7 im TVöD?
P 7 ist die Regeleingruppierung für Pflegefachkräfte mit dreijähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit. Sie reicht ab Mai 2026 von 3.510,30 Euro in Stufe 2 bis 4.305,40 Euro in Stufe 6.
Wie hoch ist die Pflegezulage 2026?
Die Pflegezulage im TVöD beträgt seit dem 1. Mai 2026 monatlich 141,82 Euro. Sie wird unabhängig von Entgeltgruppe und Stufe gezahlt und passt sich künftigen Entgeltanpassungen an.
Verdient man in der Altenpflege weniger als im Krankenhaus?
Der Abstand ist deutlich geschrumpft. 2025 lag der Median in der Altenpflege bei 4.438 Euro, in der Krankenpflege bei 4.587 Euro. Ein wesentlicher Grund ist die Tariftreueregelung nach Paragraf 72 SGB XI.
Wann steigt das Gehalt in der Pflege wieder?
Die letzte Erhöhung um 2,8 Prozent ist am 1. Mai 2026 in Kraft getreten. Der Tarifvertrag läuft bis zum 31. März 2027, danach wird für Bund und Kommunen neu verhandelt.
Wie viel verdient eine Pflegefachkraft mit Fachweiterbildung Intensivpflege?
Mit abgeschlossener Fachweiterbildung erfolgt die Eingruppierung in P 9. Das Tabellenentgelt liegt dort zwischen 3.992,39 Euro in Stufe 2 und 4.662,42 Euro in Stufe 6, zuzüglich Zulagen.
Quellen
- Fragen und Antworten rund um die Tarifeinigung im öffentlichen DienstAbgerufen am 29.07.2026verdi.de
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